Intermission #1

Wie schon erwähnt weiss ich noch nicht wie es mit dem Blog weiterläuft: meine bisherigen vegetarischen Kocherfahrungen beschränken sich wirklich auf Basics, ich habe ein paar Kochbücher mir angeguckt, gekocht aber mangels Gelegenheit und Publikum bisher nur Nudeln/Gnocchi + X (oder ähnliches). Vielleicht werde ich mich nochmal mit den Kochbüchern beschäftigen, zur Zeit habe ich mal wieder eine extra faule Phase und bald Prüfungen. Deshalb dieses kurze Intermezzo, in dem ich nur mal auf ein gebloggtes Projekt hinweisen möchte, das ein Blogger, den ich zu Fleischesszeiten hier mehrfach verlinkt habe, weil er der Mensch mit der grössten Erfahrung auf dem Gebiet ist, heute beginnt: er will einen Monat vegan leben. Einfach um zu gucken wie es so ist. Hier der Link:

http://www.seriouseats.com/2012/01/the-vegan-experience-day-0.html

Guck es euch mal an. Party on!
Johann

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Fleisch ist Luxus. Oder: vom Nichtigwerden dieses Blogs.

November 3, 2011 2 Kommentare

Ich habe es ja durchaus schon einigen Leuten erzählt und angekündigt, meine Beweggründe hier noch einmal ausführlich auszuführen. Und zwar habe ich mich vor 2 Wochen oder so entschieden, künftig quasi-vegetarisch zu leben. Um genauer zu sein: Ovo-Lakto-Pescetarisch. Also werde ich weiterhin Eier, Milchprodukte und Fisch essen, aber eben kein Fleisch mehr. Wobei, das muss ich anmerken, ich mir einräume, bis zu zwei mal im Jahr (zu Weihnachten, wahrscheinlich) noch Fleisch zu essen.

Der Leser dieses Blogs wird nun, sollte ich ihm/ihr das nicht schon vorher erzählt haben, entsetzt vor seinem Computer sitzen und sich überlegen ob er/sie mich nun sofort anrufen und vollpöbeln soll oder erst später (bitte nicht nach 23 Uhr!). Aber bevor jetzt Spekulationen aufkommen, ich hätte endgültig den Verstand verloren, möchte ich hier erklären, warum ich das mache.

Und zwar bin ich nicht per se gegen das Verzehren von Tieren. Es gibt kaum etwas Schöneres als ein gutes Steak. Die gesundheitliche Wirkung ist in einer sonst ausgewogenen Ernährung auch zu vernachlässigen. Und dass die Tiere extra getötet werden ist mir auch egal – dafür wurden sie schließlich erst geboren.

Wogegen ich mich aber mit all meiner Überzeugung aussprechen möchte, ist die Art, wie wir heutzutage Fleisch essen. Nämlich als wäre Fleisch das natürlichste Lebensmittel der Welt. Fragt euch selbst mal, wie selbstverständlich es für euch ist, eine Mahlzeit um Fleisch herum zu konstruieren. Oder auch nur eine Zwischenmahlzeit, ein Snack. Nunja, es stimmt ja schon, dass der Mensch schon immer Fleisch isst und in jeder Kultur das Fleisch eine gewisse Rolle spielte. Mein Punkt ist, dass wir es heute einfach übertreiben. Und zwar nicht nur wir, sondern die gesamte Welt. Ich zitiere hier mal, das ist ja keine wissenschaftliche Arbeit, die deutsche Wikipedia: “Der Fleischkonsum stieg weltweit zwischen 1961 und 2001 von 23 kg auf 38 kg pro Kopf und Jahr, in den Industrieländern von 57 kg auf 91 kg.” [Wiki Fleisch#Konsum] Und die Entwicklungs- bzw. Schwellenländer holen auf – dort wollen die Menschen ihren durch die Globalisierung vermittelten “neuen Wohlstand” auch dadurch darstellen, dass sie mehr Fleisch essen (da Fleisch traditionell ein selteneres (und damit in unserem monetär geprägten Bild von allem teureres) Lebensmittel ist als die traditionellen Grundnahrungsmittel). Genauso, und das habe ich gerade nur in der Wikipedia gelesen, ist der Fleischkonsum in den geringeren Einkommensschichten in Deutschland höher als der in den höheren Einkommensschicht – die hohe Produktionsmenge erlaubt niedrige Preise und damit ehemaligen Luxus als Volksgut (Wann bringt BILD endlich das “VolksFleisch”?)[Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie II].

Gut, hoher Konsum ist ja jetzt nicht direkt schlecht. Das Problem ist, dass dieses Fleisch ja auch irgendwoher kommen muss. Und zwar wenn möglich von Tieren. Das wiederum wirft zahlreiche Probleme auf, denn Tiere sind als Lebewesen ungleich aufwendiger in der Haltung als die meisten zur Nahrungsgewinnung eingesetzten Pflanzen – Sie brauchen mehr Platz, mehr Energie, mehr Wasser und mehr und energiehaltigere Nahrung. Und diesen Platz zu schaffen, die Energie und Wasser zu erzeugen und die Nahrung anzubauen, ja, das ist der Knackpunkt. Denn unsere Ressourcen auf diesem Planeten sind leider begrenzt (bis wir endlich Möglichkeiten und Willen entwickeln um die Energie der Sonne in angemessenem Rahmen zu nutzen, aber das ist ein anderes Thema).

Da aber diese Begrenzung von denen, die aus unserem Fleischkonsum profitieren, nicht beachtet wird, schneidet jedes Schnitzel eine Schneise in den Regenwald, verbraucht jede Currywurst soviel Wasser wie eine afrikanische Familie in der Woche und sogar eine Scheibe wunderbarer Bacon lässt irgendwo einen Schmetterling weinen. Okay, das war jetzt ein wenig unsachlich von mir, aber der Punkt kommt glaube ich ‘rüber. In unserer globalisierten Welt muss man jedes Produkt als global erzeugtes Produkt sehen. Das Steak, das du hier in Deutschland von vom deutschen Metzger kaufst und das in Deutschland gelebt hat, ist auch dafür verantwortlich, das für ein anderes Rind (das jemand anderes statt des von dir verputzen Steaks essen möchte) in Argentinien oder Brasilien ein Acker freigerodet werden muss, um darauf zu stehen und dann nochmal ein doppelt so großer Acker um den Soja anzubauen, den das Rind dann isst.

Auch das war gerade wieder überdramatisiert: die meisten Ackerflächen sind ja nicht im/am Regenwald, sondern in China. Oder sonstwo. Nichtsdestotrotz könnte auf der gleichen Fläche mit weniger Energie auch Gemüse oder Getreide angebaut werden – und davon würden mehr Menschen satt werden.

Und Bio-Fleisch? Fair erzeugt und regional? Vom nicht-industriellen Schlachter per Hand zerlegt? Genau, das ist das Fleisch, wie es sein soll: ein Luxus. Nicht nur weil es ausgezeichnet schmeckt und gesünder ist als die Alternativen. Sondern auch, weil es teuer ist. Sehr teuer. Und das ist richtig so, denn wie es oben im Artikelnamen steht: Fleisch ist Luxus. Oder sollte es wieder sein. Und dabei geht es nicht darum ärmere Bevölkerungsschichten vom Fleischkonsum auszuschließen, nein es geht darum, das sich alle mal wirklich überlegen, wann und wie oft sie Fleisch essen. Dafür dann aber gutes Fleisch (damit meine ich nicht, dass man künftig nur noch Kobe-Kalb-Filet essen soll, sondern eben vernünftig erwirtschaftetes Fleisch – Bio-Rinderhack vom Metzger ist auch gar nicht so abartig teuer)

Ich jedenfalls habe das getan – und mich entschieden. Klar wird jetzt mein Verzicht nicht die Welt retten, aber vielleicht motiviere ich ja damit noch ein paar Menschen, ebenfalls weniger Fleisch zu essen. Außerdem mag ich es nicht, wenn ich etwas tue, von dem ich weiß, dass es falsch ist.

Hier wäre der Beitrag jetzt zuende, ich werde aber noch kurz die Fragen beantworten, die ich mir in Anschluss an meine Entscheidung selbst gestellt habe:

1) Warum diese Wischi-Waschi-Entscheidung? Immer noch Eier, Milch und Fisch? Das ist wie die Hexe nur halb verbrennen.

Richtig. Einerseits weil die vegane Küche viel zu viele Einschränkungen hat und ich dann ja fast gar nichts mehr essen kann, ich doch aber ein Mensch bin, der sehr viel Freude aus dem Essen gewinnt. Andererseits brauche ich Milchprodukte um z.B. Vitamin B12 in ausreichenden Mengen zu mir zu nehmen (Nahrungsergänzungsmittel lehne ich natürlich auch ab, man hat’s nicht leicht mit Überzeugungen). Fisch zu essen ist natürlich heute ähnlich verwerflich wie Fleisch (Überfischung, Beifang-Problematik, Umweltschäden durch Fischzucht usw.), weshalb ich auch Fisch nicht im Exzess essen werde. Aber irgendwie will ich ja auch irgendwie ausgewogen essen.

2) Wo wurdest du so radikalisiert?

Größtenteils über das Greenpeace Magazin (Wirklich tolle Zeitschrift, http://www.greenpeace-magazin.de/), teilweise über das Internet (wie immer, wir brauchen die Onlinedurchsuchung und DPI für alle! Sofort!) und über sonstige Koch- und Verbrauchermagazine.

3) Wie lange wird das jetzt so gehen?

Indefinitely. Möglicherweise werde ich das irgendwann wieder ändern, vor allem wenn sich meine Lebens- und Wohnsituation ändern (Nur noch 1,5 Jahre studieren! Was wird danach nur passieren?), aber selbst dann denke ich dass einmal Fleisch pro Woche der Maximalwert für mich sein wird.

4) Wichtigste Frage wie immer zu Schluss: Was wird jetzt aus dem Blog? “Grünkern, Körner und Tofu-Eskapaden mit Johann, dem ein-klein-wenig-aber-nicht-wirklich-sondern-nur-auf-eine-unterhaltsame-Weise-verrückten Vegetarier”?

So schlimm wird es nicht. Ich weiß noch nicht was ich mache – es ist schwer für mich, der ich Experte dafür bin, Dinge in Bacon einzuwickeln, vegetarische Gerichte zu entwickeln. Oder besser: zu diesem Blog passende vegetarische Gerichte zu entwickeln. Denn so wirklich aufregend ist Gemüse nun mal nicht. Mal sehen.

Kochen mit bärtigen, unzuverlässigen Menschen. Ein großer Burger.

Auf einfachen Wunsch (Danke, Jonas) veröffentliche ich hier nun noch ein paar Bilder und Gedanken zu einem Thema, das uns allen am Herzen liegt: Wie baue ich einen Burger von der Grösse eines Fladenbrotes?

Diese Bilder entstanden im Rahmen des Ostblock-Aufenthaltes meines Schergen Bastian, der überrascht war von der Tatsache, dass Rostock auf dem Gebiet der ehemaligen DDR liegt. Naja, Informatiker eben. Auf jeden Fall war er also im August bei mir zu Besuch und aus diesem Anlass wollten wir auch etwas kochen. Also holten wir noch einen weiteren bärtigen Schergen, den altbekannten Swarley, dazu und tüftelten an einem hochkomplexen Rezept. Es folgen die beiden erschreckenden Fotos meiner Mittäter, dann der Klick zum ganzen Artikel.

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Außerhalb der Küche: A boy’s new toy. LEGO 10220 Volkswagen T1 Camper Van

Oktober 9, 2011 2 Kommentare

Ich bekomme ungern Geschenke. Das liegt einerseits daran, dass mir das Konzept des Geschenketauschs sozial zu gefährlich und finanziell sinnlos ist, andererseits daran, dass doch der Mensch, der am besten weiß was mir gefällt, doch immer ich selbst bin. Und deshalb mache ich mir bei Gelegenheiten selbst Geschenke – und zwar ausreichend selten, dass diese Geschenke auch mal etwas größer ausfallen können. Und da ich mich ja jetzt Ingenieur nennen darf – und Junggeselle der Wissenschaft – hielt ich es für angemessen, mir ein Spielzeug anzuschaffen, dass sowohl das Kind als auch den Ingenieur in mir anspricht. Denn am 27.9. erschien das lang erwartete LEGO Sammlermodell 10220 – ein wunderschöner VW T1 in rot. Hier das offizielle Bild:

Der T1 ist und war schon immer eines meiner Traumautos, einfach weil es viel mehr als ein Auto ist (im Widerspruch zu VWs Werdeslogan “Das Auto”), es ist ein Symbol, ein Lebensgefühl und gleichzeitig ein Prachtstück der Ingenieurskunst: form follows function und trotzdem ein Hingucker. Und das dann in LEGO, dem besten Spielzeug aller Zeiten?

Wie das Modell in der Realität aussieht und was ich davon halte steht hinterm Klick.

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Rückmeldung – aus den Semesterferien

Oktober 8, 2011 1 Kommentar

Naja, da habe ich wohl zu viel versprochen, als ich meinte, ich würde nach meiner Rückkehr aus Wolfsburg mehr bloggen. Und Mousse au Chocolate machen. Irgendwie hatte ich weder Zeit noch Antrieb, wirklich viel zu unternehmen, ich habe stattdessen die Zeit genutzt, um mich einfach mal treiben zu lassen und meiner mir eigenen kaum beschreiblichen Faulheit nachzugeben. Das hat auch größtenteils sehr gut funktioniert, ich war im Urlaub, habe meine Band reformiert, habe die eine oder andere Sache mit den Schergen unternommen und habe viel Internet und Medien konsumiert. Alles das, wofür man im Semester nicht genug Nerv hat.

“Also”, werdet ihr fragen, “was hast du, als Betreiber eines Kochblogs, denn kulinarisch denn so geschafft?” Die Antwort ist äußerst enttäuschend: ich habe ein neues Minimum-Aufwand-Gericht entwickelt (Rosmarin-Gnocchi mit klassisch-fruchtiger Tomatensauce), habe im Eigenversuch erfahren, dass diese Pizzateig-und-Pizzasoße-Fertigpackungen ganz ganz grosser Mist sind, und schließlich habe ich mit Swarley dem Unzuverlässigen in einer Teilwoche, die ich bei ihm gewohnt habe, Beefaroni perfektioniert (und das Rezept schon wieder vergessen) und traditionelles deutsches Essen angegriffen. Bilder davon habe ich mal hinter den Klick geschoben.

Mein Stundenplan für das kommende Semester in der vorläufigen Form ermöglicht es mir auch höchstens, die Kunst des Kochens ohne zu Kochen weiter zu erforschen, da ich jeden Wochentag mittags in Warnemünde sein werde, ohne Mensa und eigenen Herd. Mal sehen wie es also weitergeht. Als nächstes kommt ein kleiner Off-Topic Post, in dem es um ein anderes meiner Hobbies geht. Bitte seht es mir nach.

Johann

PS: bevor ich es vergesse, ich habe auch noch Bildmaterial davon, wie ich einen relativ großen Burger mache, würde das jemanden interessieren? Also in einem vergleichbaren Maße wie meine anderen Einträge jemanden interessieren?

Edit: Ich hatte ganz vergessen dass ich die Bilder von Beefaroni und Schnitzel schon gebloggt hatte. ich habe den alten Beitrag jetzt mal unsichtbar gezaubert. Bitte um Entschuldigung.

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